Zukunft ohne Aufsichtsrats-Boss Bode und Sportchef Baumann?

Einen Tag nach dem zweiten Bundesliga-Abstieg von Werder Bremen hat Aufsichtsrats-Boss Marco Bode Forderungen nach schnellen Entscheidungen zurückgewiesen. Auch Sportchef Frank Baumann äußerte sich zu seiner Zukunft.

“Wir brauchen einen Moment, um die Dinge einzuordnen. Wir nehmen uns Zeit, aber es geht nicht darum, einfach nur Ruhe zu bewahren”, sagte Bode am Sonntag bei Sky90. Hinsichtlich der Personalie Baumann, der zuletzt stark in der Kritik stand, äußerte er sich zurückhaltend: “Es ist heute nicht der Zeitpunkt, Entscheidungen zu verkünden.” Bode ließ offen, ob er bei den kommenden Aufsichtsratswahlen, die voraussichtlich im September stattfinden, antreten werde.

Baumann selbst sprach im Sport1-Doppelpass. “Ich bin überzeugt, dass ich in dieser Situation der Richtige für Werder Bremen bin”, betonte der 45-Jährige. “Ich bin keiner, der auf seinem Posten klebt. Wenn der Aufsichtsrat zu der Entscheidung kommt, dass wir eine Veränderung brauchen, dann werden wir im Sinne des Vereins eine sehr gute Lösung finden. Ich bin davon überzeugt, dass ich in dieser schweren Situation die richtigen Entscheidung treffen kann. Und wir brauchen jetzt schnelle Entscheidungen.”

Auf die Frage, welche Fehler er gemacht hätte, erklärte er: “Die Frage stelle ich mir ständig nach jeder Saison. Die habe ich mir auch 2017, 2018 und 2019 gestellt, als wir gute Jahre hatten. Was können wir ändern? Was können wir verbessern? Wo habe ich keine guten Entscheidungen getroffen? Das ist nach jedem Jahr so. Das war letztes Jahr so nach einer schlechten Saison. Und das ist natürlich auch dieses Jahr wieder der Fall.”

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Werder: Baumann mit sich “grundsätzlich im Reinen”

Er sei mit sich “grundsätzlich im Reinen, dass ich Entscheidungen zum jeweiligen Zeitpunkt sehr sorgfältig vorbereitet habe und es sehr gute Argumente gab.” Baumann gestand, dass der Verein sich womöglich früher von Trainer Florian Kohfeldt hätte trennen müssen: “Vielleicht hätte man im Nachhinein vorher einen Schlussstrich ziehen müssen.” Der Schritt sei so schwierig gewesen, weil Kohfeldt “seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat”.

Nach dem 33. Spieltag trennte sich der Verein letztendlich vom ehemaligen Trainer des Jahres und installierte Werder-Legende Thomas Schaaf für ein Spiel. Laut Baumann hätte Kohfeldt nach der 0:2-Niederlage in Augsburg “nicht mehr diese Überzeugung” gehabt.

Nun sei Baumann gefragt, die Suche nach einem neuen Trainer und neuen Spielern zu gestalten. “Wir hatten auch 2016 eine sehr schwere Situation und auch damals haben wir gezeigt, dass wir etwas aufbauen können. Ich weiß, dass es schwierig wird und die Kritik sehr groß ist. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir diese Situation meistern können”, erklärte er.

Angesprochen auf die angespannte finanzielle Situation sagte er: “Leider hat es uns jetzt erwischt, aber für uns ist deutlich wichtiger, dass Werder Bremen noch sehr viel länger existiert.” Die finanzielle Situation hätte keine personellen Verstärkungen möglich gemacht, erläuterte Baumann. So habe man vergangenen Sommer “keinen Euro” ausgeben und Gehälter “auf Zweit- bis Drittliga-Niveau” zahlen können: “Wir hätten gerne noch zwei Mittelfeldspieler mit einer gewissen Erfahrung und Führungsqualität verpflichtet. Es gab aber keine Möglichkeit, es war alternativlos. Insofern wussten wir, dass es eine sehr schwere Saison wird.”

Werder Bremen: Die Trainer seit 2000

ZeitraumTrainerSpielePunkte pro Spiel
1999 – 2013Thomas Schaaf6441,65
2013Wolfgang Rolff10,00
2013 – 2014Robin Dutt451,02
2014 – 2016Viktor Skripnik701,31
2016 – 2017Alexander Nouri431,30
2017 – 2021Florian Kohfeldt1431,34
2021Thomas Schaaf10

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