DFB-Ablöse für Hansi Flick? Vizepräsident Koch: “Unmoralisch”

DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat bekräftigt, dass der Deutsche Fußball-Bund für ein mögliches Engagement von Bayern-Trainer Hansi Flick als Bundestrainer ab dem kommenden Sommer keine Ablösesumme an den FC Bayern München zahlen werde.

“Der DFB wird keine Ablösesummen zahlen, weil er noch nie Ablösesummen gezahlt hat und weil er als gemeinnütziger Verband im Übrigen sich schwer tut, dies zu tun”, sagte Koch am Sonntagabend in der Sendung “Blickpunkt Sport” im Bayerischen Rundfunk. Dies gelte nicht nur für den Fall, dass Flick die Nachfolge von Joachim Löw antritt, sondern auch für einen anderen Trainer, der für das Amt in Frage kommt.

“Da würde ich aus meiner Position als erster Mann des Amateurfußballs entschieden widersprechen. Der DFB hat ja nicht unendlich viel Geld”, erklärte Koch, der es als “unmoralisch” bezeichnete, wenn der DFB 30 Millionen Euro bezahlen müsse, die dann an anderer Stelle im Budget fehlten. Jene 30 Millionen Euro ruft RB Leipzig nach Informationen von SPOX und Goal für Trainer Julian Nagelsmann auf, der Flick beim deutschen Rekordmeister nach Saisonende beerben soll.

Flick hatte vor etwas mehr als einer Woche in einem Interview bei Sky nach dem 3:2-Sieg des FC Bayern über den VfL Wolfsburg erklärt, den Verein um eine Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrags zum Saisonende gebeten zu haben. Weil dies mit den Verantwortlichen des FCB nicht abgesprochen war, missbilligte der Klub tags drauf Flicks Gang an die Öffentlichkeit in einem Statement.

Der Bitte des Trainers wird der Rekordmeister aber wohl dennoch nachkommen. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge kündigte am Sonntag eine zeitnahe Lösung an. “Wir haben vereinbart, dass wir uns nach dem Spiel in Mainz zusammensetzen”, sagte Rummenigge der Bild am Sonntag.

FC Bayern will Hansi Flick nicht ablösefrei ziehen lassen

Auf die Frage nach einer möglichen Ablösesumme für den 56 Jahre alten Trainer sagte er: “Wenn wir Hansis Wunsch entsprechen sollen, müssen alle Parteien gemeinsam eine Lösung finden, mit der auch der FC Bayern zufrieden ist.” Immerhin spreche man “von einem Trainer, der mit uns Historisches erreicht hat und mit dessen Arbeit wir sehr glücklich sind”. Ablösefrei will der FCB seinen Erfolgstrainer demnach definitiv nicht ziehen lassen.

Eine Vertragsauflösung wäre für etwaige Verhandlungen zwischen dem DFB und Flick über ein Engagement als Bundestrainer allerdings unabdingbar, das hatte DFB-Direktor Oliver Bierhoff seit Löws Rücktrittsankündigung Anfang März mehrfach erklärt. In diesem Zusammenhang betonte auch Koch nochmals, “dass in bestehende Verträge von uns aus nicht eingebrochen wird”.

Damit es zu seiner Einigung zwischen Flick und den Bayern kommen kann, ohne dass der DFB finanzielle Mittel aufwenden muss, könnte Flick nach Bild-Angaben auf Teile seines Gehalts oder die Meister-Prämie verzichten.

 

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