“Der Fußball macht sowieso, was er will”

Hannes Wolf hat nach seinen ersten Wochen als Cheftrainer bei Bayer 04 Leverkusen ein positives Fazit gezogen. Bei SPOX und DAZN sprach der 39-Jährige vor dem Spiel bei der TSG Hoffenheim (20.30 Uhr im LIVETICKER und LIVE auf DAZN) über den Wechsel zur Werkself, das Training von Supertalenten wie Florian Wirtz und seine besondere Beziehung zu Liverpool-Trainer Jürgen Klopp.

Außerdem verriet er, welche Rolle Co-Trainer Peter Hermann spielt, und sprach über den Umgang mit Ersatzspielern.

Bayer-04-Cheftrainer Hannes Wolf über …

… Bayer Leverkusen im Vergleich zu seinen bisherigen Trainerstationen: Es war bei allen Vereinen ein Privileg, dort arbeiten zu können. Natürlich war die Situation in Stuttgart und Hamburg anders, weil ich jeweils nach dem ersten Abstieg dahingekommen bin und jeweils im Herbst, mit dem Ziel Wiederaufstieg. Leverkusen hat in den vergangenen Wochen auch gelitten, das soll keiner falsch verstehen, aber natürlich waren das sehr große Vereine mit einer riesigen Tradition, die mit dem Abstieg den Worst Case erlebt haben. Hier fühlt es sich super an, ich habe mich riesig gefreut über die Anfrage und das Vertrauen.

… seine ersten Gedanken, als der Anruf aus Leverkusen kam: Damit habe ich in der Phase überhaupt nicht gerechnet. Ich finde die Konstellation mit der Ausleihe fantastisch und bin auch dem DFB dankbar, dass das möglich war. Mein erster Gedanke war: Das ist eine super Mannschaft. Es ist ein Privileg, so eine Mannschaft trainieren zu können, in so einer guten Konstellation. Jetzt geht es darum, das auch auf den Platz zu bringen, mit allem was dazugehört, um auch Spiele zu gewinnen. Denn: Auch Hertha hat eine super Mannschaft und leidet in dieser Saison. Auch Hoffenheim hat eine gute Mannschaft und hat Themen. Das zeigt: Die Bundesliga ist nicht so einfach.

… seine achtwöchige Leihe vom DFB an Leverkusen: Ich habe gar nicht so viel Zeit, darüber nachzudenken. Klar kommt der Gedanke, was für eine kurze Zeit das ist, aber eigentlich ist dafür nicht viel Raum. Es geht einfach darum, das Beste daraus zu machen, für den Verein, für das Team, für uns. Wir können die Zukunft ohnehin nicht richtig planen, der Fußball macht sowieso, was er will. Ich weiß einfach: Ich führe ein privilegiertes Leben als Fußballtrainer auf dem Niveau, sowohl bei Bayer Leverkusen als auch beim DFB.

Wolf über Bayer Leverkusen: “Kannte die Mannschaft sehr gut”

… den Reiz, nach der Leihe in Leverkusen weiterzumachen: Das ist ein großartiger Verein, darüber müssen wir nicht reden und eine tolle Mannschaft. Aber soweit denke ich gerade nicht. Das ergibt keinen Sinn und kostet höchstens Energie.

… die Herangehensweise an seine Arbeit, trotz der geringen Zeit: Du musst eigentlich immer das nächste Spiel gewinnen. In drei Wochen hast du vier oder fünf Spiele, im Fußball geht das extrem schnell, und deswegen hat man keinen Raum dafür, nicht erfolgreich zu sein. Wir haben den Vorteil, dass wir jetzt relativ viel Training haben. Wir hatten die Länderspielpause, die Nationalspieler haben wir eingefangen, auch das Montagsspiel hilft uns, weil wir jetzt wirklich schon eine Basis zusammen haben. Und es fühlt sich jetzt nicht mehr alles neu an.

… die ersten Stunden mit dem Team: Ich kannte die Mannschaft sehr gut. Auch die Spieler kenne ich seit vielen Jahren, ich bin ja in Deutschland groß geworden. Deswegen guckt man Bundesliga und das Niveau Bayer Leverkusen guckt man sowieso, also musste ich jetzt nicht alles neu lernen. Als ich ins Ausland gegangen bin, war das ein bisschen anders.

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