Youssoufa Moukoko erzielt schon sein drittes Bundesligator: Kuntz hat Recht

Beim 2:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen Hertha BSC trifft der eingewechselte Youssoufa Moukoko zum Endstand. Erstmals in diesem Jahr kam der 16-Jährige ins Spiel, wenn der BVB nicht zurücklag.

Eine solche Phase hat Youssoufa Moukoko bislang wohl kaum in seinem fußballerischen Leben mitgemacht: einmal ganz ohne den großen Hype. In den vergangenen Wochen flachte die mediale Berichterstattung für seine Verhältnisse regelrecht ab, nachdem sie aufgrund der unglaublichen Torquote im Nachwuchsbereich sowie des Rekord-Debüts in der Bundesliga am Tag nach seinem 16. Geburtstag ständiger Begleiter für ihn war.

Zuletzt war Moukoko einfach nur Teil der Profimannschaft von Borussia Dortmund. Der Stürmer saß regelmäßig auf der Bank, kam aber nur gelegentlich ins Spiel. Seit dem Jahreswechsel waren ihm 114 Spielminuten gegönnt worden, verteilt auf sechs Einsätze.

Wurde er eingewechselt, war es jedoch alles andere als leicht für ihn – vor allem aufgrund der Ausgangslage. In den ersten fünf dieser sechs Einsätze kam Moukoko nämlich ins Spiel, als der BVB zurücklag und taumelte: gegen Mainz, Leverkusen, Gladbach, Freiburg und Hoffenheim.

Zwar schoss der gebürtige Kameruner beim SCF sein zweites Bundesligator und verkürzte auf 1:2, doch dass ein 16-Jähriger tatkräftig mithelfen sollte, den angeschlagenen Dortmundern frische Impulse zu verschaffen, ist eher unglücklich. Erst recht mit Blick auf die Kaderplanung im Sturm.

Moukoko gegen Schalke und Bielefeld kaum eingesetzt

Schon als Erling Haaland im Dezember mehrere Partien verletzt aussetzte, musste Moukoko von Beginn an stürmen. Sein Treffer bei Union Berlin machte ihn zum jüngsten Bundesligatorschützen der Geschichte, doch die Aussagen von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im kicker einen Monat später waren nicht verwunderlich: “Ich habe gesehen, wie sehr Youssoufa sich dann doch unter Druck gesetzt fühlte. In den ersten Spielen hatte ich nicht den Eindruck, dass er der ist, den man aus dem Nachwuchs kennt”, sagte Watzke und bezeichnete Moukokos erste Gehversuche bei den Profis als “schwierig”.

Was dagegen verwunderlich war: Dass Moukoko bei den nach Hoffenheim folgenden Partien gegen die abstiegsgefährdeten Schalker und Bielefelder, die jeweils ab der 60. Minuten zugunsten der Borussia entschieden waren, lediglich sieben Minuten eingesetzt wurde. Und im Spiel darauf beim FC Bayern entschied sich Interimstrainer Edin Terzic eine halbe Stunde vor Schluss, den physischeren Ansatz zu wählen und U23-Stürmer Steffen Tigges beim Stand von 2:2 zu bringen.

“Im vergangenen Spiel haben wir jemanden gebraucht, der uns den Ball ein bisschen festmacht, weil es da nicht viele Räume im Ballbesitz gab”, begründete Terzic seine Maßnahme in München, die letztlich nicht fruchten sollte, am Samstagabend nach dem verdienten 2:0-Sieg gegen Hertha BSC. Moukoko kam dort auf seine Saisonminuten 115 bis 120, in den sechs Zeigerumdrehungen steuerte er den Schlusspunkt zum 2:0 bei.

BVB-Stürmer Moukoko mit drei Toren in 366 Minuten

Seine Einwechslung in der 84. Minute sei im Vergleich zum Bayern-Spiel nun “der richtige Zeitpunkt” gewesen, sagte Terzic. Moukoko habe sich direkt ins Spiel eingefügt: “Er ist extrem torgefährlich. Gegen Hertha brauchten wir jemanden, der sofort da ist und deshalb sind wir extrem glücklich, dass wir ihn gebracht haben.”

Moukokos Kurzauftritt gegen die Berliner machte einmal mehr deutlich, dass der 16-Jährige voll und ganz bereit ist für das höhere Niveau, auf dem er seit November spielen darf. Moukoko traut sich etwas, sucht das Eins-gegen-eins, weicht auf die Flügel oder ins Halbfeld aus und agiert immer zielstrebig Richtung Tor. Zwei Minuten vor seinem dritten Saisontor – das zweite als Joker – bereitete er Giovanni Reynas Pfostenschuss vor, der eigentlich drin sein musste.

Moukoko hat sich damit auf den geteilten dritten Rang in der vereinsinternen Torschützenliste geschossen, nur Haaland und Jadon Sancho trafen häufiger. Doch Moukoko schaffte dies nur in 366 Spielminuten. Für jemanden, der vor vier Monaten 16 Jahre alt geworden ist, kein allzu schlechtes Zwischenzeugnis.

Youssoufa Moukoko vor Nominierung für die U21-Nationalelf

Stefan Kuntz scheint beeindruckt genug, denn unter der Woche bestätigte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, dass es mit dem U21-Nationaltrainer Gespräche über eine Nominierung Moukokos für die am 24. März beginnende Europameisterschaft gab. “Wir würden das sehr begrüßen und uns freuen, wenn er diesen Schritt macht. Er hat in seinen Kurzeinsätzen gezeigt, dass er viel Qualität mitbringt”, sagte Zorc.

Und Kuntz hat Recht – Moukoko, der sein letztes von bislang zwei U20-Länderspielen im vergangenen September bestritt, ist schon jetzt bereit für mehr. Seine Eigenschaften, zu denen auch ein gutes Tempo sowie der starke linke Fuß zu zählen sind, dürften ihn bereits in der kommenden Saison unter Marco Rose zu deutlich häufigeren Spielanteilen führen.

Völlig ungewiss freilich, wie Rose ab Sommer in Dortmund für den Angriff plant, in Salzburg ließ er immerhin regelmäßig ein System mit zwei Spitzen spielen. Es wäre interessant zu sehen, wie sich der weiträumiger agierende Moukoko an der Seite von Haaland zu Beginn eines Spiels schlagen würde.

Gegen die Hertha waren beide bereits am 2:0 beteiligt, als ein geblockter Versuch von Haaland bei Moukoko landete und sich dieser im Strafraum mit einer starken Drehung Niklas Stark entledigte, um aus spitzem Winkel einzuschießen. Bleibt für Moukoko ein einziger Wermutstropfen: Dass er seinen Treffer zum Schlusspunkt nicht in einem voll besetzten Dortmunder Stadion erzielen konnte.

BVB-Stürmer Youssoufa Moukoko: Seine Leistungsdaten in der Bundesliga

SpieleToreAssistsSpielminuten
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