FC Bayern: Rummenigge “hat versucht sich da rauszureden”

Beachvolleyballerin Karla Borger hat sich in Bezug auf den Umgang des Profifußballs mit Sportveranstaltungen in Katar aufgrund der Menschen- und Frauenrechtslage kritisch gegenüber dem FC Bayern und dessen Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge geäußert. Zudem bekräftigte sie ihre Kritik an der Vergabe für das anstehende Beachvolleyball-Turnier im arabischen Golfstaat.

“Dass die Schiedsrichterin bei der Klub-WM nicht abgeklatscht wird, sieht schon komisch aus”, sagte Borger im Gespräch mit Sport1. “Herr Rummenigge hat versucht sich da rauszureden, aber das ist ihm nicht gelungen.” Der FC Bayern war im Vorfeld für seine Teilnahme an der Klub-WM Mitte Februar sowie einer seit Jahren bestehenden engen Partnerschaft mit staatlichen Unternehmen Katars wie Qatar Airways abermals in die Kritik geraten.

Im aktuellen Sportstudio des ZDF relativierte Rummenigge jüngst diese Vorwürfe. “Es ist dort eine andere Kultur und Religion vorhanden. Alle, die mit dem arabischen Golfstaat zu tun haben, werden bestätigen, dass Katar schon ein gehöriges Stück nach vorne gekommen ist, was Menschen- und Arbeitsrechte betrifft”, sagte der 65-Jährige.

Auch übte Borger Kritik an der Vergabe des Beachvolleyball-Turniers, welches vom 8. bis 12. März im arabischen Golfstaat stattfinden soll. “Ich finde, man sollte hinterfragen, warum ein Turnier dort stattfindet. In meinem Kopf schwirrte immer rum, dass es nicht richtig wäre, dort ein Turnier stattfinden zu lassen.”

Schon im Vorfeld kündigte sie an, zusammen mit ihrer Partnerin Julia Sude auf eine Teilnahme verzichten zu wollen. “Sportlich gesehen passt das Turnier bei uns nicht rein, und es ist nicht wichtig, das Turnier zu spielen”, sagte die 32-Jährige, die mit Sude statt der Turnier-Teilnahme nun ein zweiwöchiges Trainingslager in Spanien absolvieren will. “Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns für Olympia qualifizieren, ist sehr hoch, deshalb können wir es uns auch erlauben, das Turnier nicht zu spielen.”

Dennoch gäbe es vor allem bei der Konkurrenz eine gewisse Not, am Turnier teilzunehmen. Deshalb respektiere sie “alle Athletinnen, die dorthin reisen. Es geht um Olympiapunkte und Preisgeld. Wenn dieses Jahr Olympia stattfinden sollte, ist das Turnier sportlich enorm wichtig. Einige sind wegen des Traums Olympia auch gezwungen, zu spielen.”

Für die im Vorfeld beschlossenen Kleidungsregeln der Veranstalter, wonach Spielerinnen in Shirts und knielangen Hosen starten sollten statt wie sonst üblich im Sport-Bikini, hat Borger kein Verständnis: “Es geht nicht darum, dass wir uns nicht anpassen wollen. Unsere Arbeit in unserer Arbeitskleidung wird uns verboten, so wie wir es in anderen Ländern ausführen würden.” Erst nach einer breiten Kritikwelle sprach der Weltverband FIVB ein Machtwort und stellte den Teilnehmerinnen frei, in welchem Outfit sie trainieren und spielen wollen.

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