Trainer Hansi Flick geht offenbar juristisch gegen AfD-Bundestagsabgeordneten vor

FC Bayerns Trainer Hansi Flick geht offenbar juristisch gegen den Bundestagsabgeordneten der AfD, Johannes Huber, vor. Nach Angaben der tz will der 55-Jährige per einstweiliger Verfügung eine Unterlassung erwirken.

Huber hatte die Aussagen von Flick, die er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel am Montag gegen Arminia Bielefeld (3:3) in Richtung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach getätigt hatte, in einem Social-Posting verkürzt (“Man kann die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören”) und instrumentalisiert, um gegen diesen Stimmung im Internet zu machen. Auf Nachfrage von SPOX und Goal wollte sich der FC Bayern nicht zu den Vorgängen äußern.

Flick war beim Pressetalk am Sonntag auf die Kritik von Lauterbach an der Reise des Rekordmeisters zur Klub-WM nach Katar angesprochen worden und hatte dem studierten Epidemiologen vorgeworfen, “zu irgendwas immer einen Kommentar abzugeben. Wenn ich nicht in der Verantwortung stehe und mir nur das Ergebnis anschaue, kann ich das immer leicht bewerten. Wir haben einen Sonderstatus. Ich weiß nicht, wie oft ich getestet wurde, das geht an die 100. Wir sind in einer Blase. Die Reise nach Katar ist unser Job, unser Business. Das ist eine Sache, die wir machen müssen”, sagte Flick.

Darüber hinaus fügte er in seiner Ausführung an: “In der Diskussion um Corona kann man die sogenannten Experten langsam nicht mehr hören. Die Politik soll sich zusammensetzen und eine Strategie entwickeln, dass man irgendwann Licht im Tunnel sieht. Das ist aktuell zu wenig für die Bevölkerung. Jeder will aus der Situation seinen Profit schlagen und überlegt, wie kann er bei der nächsten Wahl ein paar Prozentpunkte mehr machen.”

FC Bayern: Flick und Lauterbach sprechen sich aus

Flick hatte schon zu Wochenbeginn seine Aussagen relativiert und den Dialog mit Lauterbach gesucht. Er habe nicht erwartet, dass seine Aussagen öffentlich derartige Wellen schlagen würden.

Am Donnerstag bestätigte Lauterbach, dass der Zwist mit Flick nach einem “spannenden und konstruktiven Gespräch mit gegenseitiger Wertschätzung” ausgeräumt worden sei. Der SPD-Politiker habe sich mit Flick “eine Halbzeit lang über (die) Lage des Profifußballs in Zeiten von Corona” ausgetauscht.

“Unterschiede in der Meinung kann es immer geben”, schrieb er via Twitter, “entscheidend ist aber: In der Bewältigung der Coronakrise zählt Teamgeist. Den habe ich im Gespräch durchaus wahrgenommen.”

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