FSV Mainz 05 versinkt im Chaos: Pressekonferenz abgesagt

Die Vorweihnachtszeit verläuft beim FSV Mainz 05 alles andere als besinnlich. Trainer Jan-Moritz Lichte steht vor dem Aus, auf Sportvorstand Rouven Schröder steigt der Druck – und nun forciert der Klub offenbar eine Rückkehr von Ex-Manager Christian Heidel.

Ungemütliche Bescherung statt besinnlichem Weihnachtsfest: Der taumelnde Bundesligist FSV Mainz 05 stürzt kurz vor Heiligabend immer tiefer in die Krise. Trainer Jan-Moritz Lichte steht vor dem Aus, Sportvorstand Rouven Schröder unter Druck und Ex-Manager Christian Heidel offenbar vor einer Rückkehr. Der Karnevalsverein versinkt vor dem DFB-Pokalspiel gegen den VfL Bochum am Mittwoch (20.45 Uhr) in einem nahezu undurchschaubaren Chaos.

Eigentlich hatte der Klub für Dienstagmittag noch die obligatorische sportliche Pressekonferenz mit Lichte und Schröder geplant. Diese wurde jedoch rund eine halbe Stunde vor Beginn kurzfristig abgesagt.

Die Vereinsführung werde sich hierzu im Verlauf des Tages erklären, hieß es. Laut mehreren Medien wollen Aufsichtsratschef Detlev Höhne und Vereinsboss Stefan Hofmann bei den kniffligen Personalfragen Zeit gewinnen – die Spekulationen kochen hoch.

So steht Lichte offenbar nach nicht einmal drei Monaten ein kurioser und zugleich unwürdiger Abschied bevor. Laut Bild-Zeitung fahren die Verantwortlichen eine Hinhaltetaktik: Die Trennung ist wohl beschlossene Sache, solle aber erst nach dem Pokalspiel vollzogen werden. An Heiligabend? Vorstandsboss Stefan Hofmann hatte zuvor angekündigt, dass nach der Partie gegen Bochum “alles auf den Tisch komme” und dies “einschneidende Maßnahmen” bedeuten könne.

Mainz: Christian Heidel offenbar vor Rückkehr

Der Klub forciert laut mehreren Medien zudem vehement die Rückkehr von Heidel. Der Name des Ex-Managers geistert schon seit Herbst am Bruchweg umher, doch nun sollen die Mainzer ihm einen unterschriftsreifen Vertrag als Vorstandsmitglied vorgelegt haben. Wie die Allgemeine Zeitung berichtet, sei aus Kreisen des Aufsichtsrats zu hören, dass Heidel zur Bedingung gemacht hat, dass Schröder bleibt.

Der eigentliche Sportvorstand, der erst im Februar seinen Vertrag zu verbesserten Konditionen bis 2024 verlängert hatte, könnte allerdings Teile seiner Befugnisse verlieren, seine Position wäre erheblich geschwächt. Schröder soll sich laut des Berichts gegen Heidels angebliche Wunschlösung ausgesprochen haben.

Heidel wäre neben Schröder, Hofmann und Finanzvorstand Jan Lehmann das vierte Mitglied in diesem Gremium. Der 57-Jährige, der die Rheinhessen 2016 nach 24 Jahren in Richtung Schalke 04 verlassen hatte, war vor seinem Abschied maßgeblich an Schröders Verpflichtung involviert gewesen.

Bo Svensson der Favorit auf die Lichte-Nachfolge?

Auf der Trainerbank würden die Mainzer wie Schlusslicht Schalke 04 bereits zum zweiten Mal die Reißleine in dieser Spielzeit ziehen. Der vorherige Co-Trainer Lichte hatte erst nach dem zweiten Spieltag das Amt von seinem vorherigen Chef Achim Beierlorzer übernommen, der nach dem Trainingsstreik der Mannschaft entlassen worden war. Der neue Impuls auf der Bank verpuffte jedoch komplett – der Klub taumelt dem Abgrund entgegen.

Laut Sport1 ist der ehemalige Spieler Bo Svensson die Wunschlösung für die Lichte-Nachfolge. Der 41-jährige Däne spielte von 2007 bis 2014 für Mainz und arbeitete später als Co- und Jugendtrainer für den Klub. Aktuell betreut er das Farmteam von RB Salzburg, den FC Liefering.

Lichte schaffte in elf Partien nur einen Sieg und drei Unentschieden, die Mission Klassenerhalt wird im neuen Jahr zur Mammutaufgabe. Die Mainzer liegen in der Bundesliga mit nur sechs Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz, auf den Relegationsplatz fehlen zum Jahreswechsel bereits vier Punkte. In den jüngsten drei direkten Duellen mit den Abstiegskontrahenten aus Bielefeld, Köln und Bremen setzte es drei Niederlagen.

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