Dortmunder Machtvakuum und zwei hoffnungslose Fälle

Beim BVB tauchen die Führungsspieler ab, das Mindestziel ist in Gefahr. Die Bayern sollten erkennen: David Alaba ist kein Sechser. Und gibt es eigentlich noch eine Rettung für Mainz und Schalke?

Dortmunds Anführer bleiben auf Tauchstation

Es war fast schon bemitleidenswert, wie die Dortmunder Bank ihren Spieler Julian Brandt bei wirklich jeder einzelnen Situation lautstark anfeuerte, der sich der Nationalspieler auch nur näherte – und Brandt die in ihn gesteckten Hoffnungen fast immer enttäuschte. Brandt genießt offenbar ein Privileg, das anderen Spielern in einer veritablen Formkrise nicht zuteil wird.

Jadon Sancho hängt ja schon seit Monaten durch, Thomas Meunier sucht immer noch Anschluss ans Dortmunder Spiel und oft genug auch an die Kollegen auf dem Platz. Und dann ist da noch einer, der derzeit über den Platz schlendert wie eine schlechte Kopie seiner selbst: Axel Witsel hat der BVB einst als sogenannten Mentalitätsspieler eingekauft. Einer, der den Mitspielern Feuer gibt, wenn sie sich nicht einbringen wollen und dem Gegner in der einen oder anderen Sequenz auch mal das Fürchten lehrt mit einer saftigen Grätsche. Seit einigen Wochen aber ist Witsel lammfromm, wie ein Schatten, unauffällig und willenlos. Und damit leider ein perfektes Symbol für den schleichenden Absturz der ganzen Mannschaft.

In einer Zeit, in der die Mannschaft Halt bräuchte und Kapitän Marco Reus sichtlich überfordert ist, wäre es an Spielern wie Witsel, gegenzusteuern. Aber der Belgier geht nicht voran, sondern mit unter. Und deshalb ist das Saisonziel Meisterschaft jetzt schon kaum mehr zu erreichen, im Gegenteil: Der BVB muss sich schnell straffen, wenn die Minimalanforderung geschafft werden soll: Das Erreichen von Platz vier.

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